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ERP für Pharmaunternehmen

Warum reicht ein Standard ERP für Pharmaunternehmen nicht aus?

Regulatorische Vorgaben, Rückverfolgbarkeit und Qualitätsmanagement stellen andere Anforderungen an ein ERP System als in vielen anderen Branchen. Worauf Unternehmen bei der Auswahl achten sollten und warum Standard ERP Systeme dabei häufig an ihre Grenzen stoßen.

Regulatorische Anforderungen sicher und durchgängige Prozesse digital abbilden

Viele ERP Systeme bieten umfangreiche Funktionen für Einkauf, Vertrieb, Lager, Produktion und Finanzbuchhaltung. Für viele Unternehmen ist das vollkommen ausreichend. In der Pharmabranche gelten jedoch andere Rahmenbedingungen. Hier geht es nicht nur darum, Geschäftsprozesse effizient abzubilden. Gleichzeitig müssen gesetzliche Vorgaben eingehalten, Qualitätsanforderungen dokumentiert und sämtliche Prozessschritte nachvollziehbar sein.

Welche Anforderungen stellt die Pharmabranche an ein ERP System?

Pharmaunternehmen arbeiten in einem stark regulierten Umfeld. Viele Prozesse unterliegen gesetzlichen Vorgaben und müssen jederzeit nachvollziehbar dokumentiert werden. Ein ERP System sollte deshalb deutlich mehr leisten als die klassische Unternehmenssteuerung.

Zu den wichtigsten ERP Anforderungen gehören unter anderem:

AnforderungBedeutung
ChargenrückverfolgbarkeitNachvollziehbarkeit vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt
Audit TrailDokumentation qualitätsrelevanter Änderungen
QualitätsmanagementUnterstützung von Prüfungen und Freigaben
DokumentenmanagementVerknüpfung relevanter Dokumente mit Prozessen und Chargen
Transparente ProzesseEinheitlicher Informationsstand über alle Unternehmensbereiche

Warum Standard ERP Systeme hier an Grenzen stoßen

Standard ERP Systeme decken viele betriebswirtschaftliche Prozesse zuverlässig ab. Sobald jedoch branchenspezifische Anforderungen hinzukommen, sind häufig zusätzliche Systeme oder individuelle Anpassungen notwendig. Das kann beispielsweise dazu führen, dass Informationen in unterschiedlichen Anwendungen gepflegt werden oder Mitarbeitende Daten mehrfach erfassen müssen.

Typische Folgen sind:

  • Medienbrüche zwischen einzelnen Unternehmensbereichen
  • Erhöhter Dokumentationsaufwand
  • Geringere Transparenz
  • Höherer Aufwand bei Audits
  • Langsamere Reaktionszeiten bei Rückrufen oder Reklamationen

Je komplexer die Prozesse werden, desto wichtiger wird eine durchgängige Datenbasis

Worauf Pharmaunternehmen bei der ERP Auswahl achten sollten

Bei der Auswahl eines ERP Systems spielt der Funktionsumfang selbstverständlich eine wichtige Rolle. Mindestens genauso wichtig ist jedoch die Frage, wie gut sich die Anforderungen der Pharmabranche innerhalb der täglichen Prozesse abbilden lassen.

Folgende Fragen helfen bei der Bewertung:

  • Können Chargen und Seriennummern vollständig rückverfolgt werden?
  • Werden qualitätsrelevante Änderungen nachvollziehbar dokumentiert?
  • Lassen sich Prüfungen und Freigaben direkt im Prozess abbilden?
  • Arbeiten Lager, Produktion, Qualitätsmanagement und Verwaltung auf derselben Datenbasis?
  • Lässt sich das System auch bei steigenden Anforderungen weiter ausbauen?

Fazit

Ein ERP System übernimmt in der Pharmabranche weit mehr Aufgaben als die klassische Unternehmenssteuerung. Neben Einkauf, Produktion oder Lager müssen auch regulatorische Anforderungen zuverlässig im Arbeitsalltag umgesetzt werden.

Deshalb lohnt es sich, bei der Auswahl nicht nur auf den Funktionsumfang zu achten. Entscheidend ist, ob das System die Prozesse eines Pharmaunternehmens vollständig und nachvollziehbar abbilden kann.

Ein zentraler Bestandteil dabei ist die Chargenrückverfolgbarkeit. Sie bildet die Grundlage für Transparenz, Qualitätssicherung und schnelle Reaktionsfähigkeit im Ernstfall.

Genau diesem Thema widmen wir uns im nächsten Beitrag und zeigen, warum Chargenrückverfolgbarkeit weit mehr ist als eine Chargennummer.

FAQs

Standard ERP Systeme bilden in erster Linie klassische Geschäftsprozesse wie Einkauf, Vertrieb, Lager, Produktion und Finanzbuchhaltung ab. Pharmaunternehmen müssen zusätzlich branchenspezifische und regulatorische Anforderungen berücksichtigen. Dazu gehören unter anderem Chargenrückverfolgbarkeit, Auditfähigkeit, Qualitätsmanagement und eine nachvollziehbare Dokumentation.


Ein ERP System für Pharmaunternehmen sollte unter anderem Chargen und Seriennummern rückverfolgbar machen, qualitätsrelevante Prozesse nachvollziehbar dokumentieren und Informationen aus Lager, Produktion, Qualitätsmanagement und Verwaltung zusammenführen. Welche Funktionen konkret erforderlich sind, hängt von den individuellen Prozessen und Anforderungen des Unternehmens ab.


Geeignet sind ERP Systeme, die relevante Prozesse und Informationen nachvollziehbar dokumentieren und für Audits verfügbar machen können. Wichtige Funktionen sind unter anderem Audit Trail, Chargenrückverfolgbarkeit, Dokumentenmanagement sowie die Integration von Qualitätsprozessen. Entscheidend ist, dass die Lösung zu den regulatorischen und betrieblichen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens passt.


Durch eine lückenlose Chargenrückverfolgbarkeit können Rohstoffe, Komponenten und fertige Produkte über die verschiedenen Prozessstufen hinweg nachvollzogen werden. Das ist unter anderem bei Rückrufen, Reklamationen und Audits wichtig und ermöglicht es, betroffene Chargen schneller und gezielter zu identifizieren.


Weiterführende Informationen

Sie möchten sich intensiver mit ERP Lösungen für die Pharmabranche beschäftigen?

Auf unserer Branchenseite finden Sie weitere Informationen zu den besonderen Anforderungen, Funktionen und Einsatzmöglichkeiten.